


Petershagen
Winterlinde
Die Winterlinde wächst von Natur aus in weiten Teilen Europas: Von der Ebene bis in die Alpen auf 1.500 m Höhe kommt sie verstreut vor. Man findet sie sowohl in lichten sommerwarmen Laubmischwäldern und trockenen Eichen-Hainbuchen-Wäldern als auch in Schlucht- und Auenwäldern. Winterlinden können 1.000 Jahre alt werden.
Wuchs: Die Winterlinde ist ein stattlicher, sommergrüner Laubbaum mit einer Wuchshöhe von bis zu 30 m, in der Stadt meist kleiner bleibend. Die Krone ist dicht und breit-kugelförmig, später hochgewölbt-rundlich. Im Freistand setzen die Äste tief an und steigen schräg auf. Sie ist dicht verzweigt und relativ langsam wachsend. Blüte: Von Juni bis Juli blüht die Winterlinde gelblich-weiss in 5- bis 11-blütigen Trugdolden. Die Blüten duften intensiv und süßlich. Sie sind eine ideale Bienenweide und werden als „Arznei“ verwendet. Winterlinden sind reichblütiger als Sommerlinden und blühen etwa vierzehn Tage später als diese. Früchte: Ab September trägt die Winterlinde braun-filzig behaarte ovale bis kugelförmige 5 - 7 mm dicke Nüßchen (an langen Stielen, sehr zahlreich). Die Fruchtstände lösen sich ab Anfang Oktober vom Baum und fallen schraubenförmig zu Boden bzw. werden vom Wind oft weit fortgetragen. Blätter: Diese sind kleiner als bei der Sommerlinde und treiben vor der Blüte aus. Sie sind schief-herzförmig und 3 - 10 cm lang. An den Enden sind sie zugespitzt und am Rand gesägt. Die Blattoberseite ist sattgrün und kahl. Die Unterseite ist hell blaugrün. In den Aderwinkeln sind deutlich erkennbare Haarbüschel vorhanden. Diese weisen im Gegensatz zu den weißen Achselbärten der Sommerlindenblätter eine rotbraune Färbung auf. Rinde: Bei jungen Exemplaren ist die Rinde auffallend glatt und grau. Bei älteren Bäumen ist sie braungrau bis schwarzbraun und längsrissig. Standortansprüche: Die Winterlinde liebt es sonnig bis halbschattig und mäßigtrockene bis frische, nährstoffreiche Böden. Da sie sehr anpassungsfähig ist, gedeiht sie auch noch auf ärmeren Standorten, sofern diese nicht zu trocken sind. Sie ist sehr frosthart, wärmeliebend und hitzetolerant und daher stadtklimaverträglich. Darüber hinaus verfügt sie über ein hohes Ausschlagsvermögen und ist windfest.
Zudem wird sie nicht so stark von Blattläusen befallen wie die Sommerlinde Kaum ein Baum in Mitteleuropa ist seit Urzeiten so eng mit dem Leben der Menschen verbunden wie die Linde. Sie stand im Hof, in der Mitte des Dorfes, war Ort der Versammlung und Rechtsprechung. Durch viele Märchen, Lieder, unzählige Familiennamen und mehr als 1.000 Ortsnamen im deutschen Sprachraum wird deutlich, wie eng der Baum in der Seele der Menschen verwurzelt ist. Die antiken Griechen verehrten sie als Sinnbild der Aphrodite, den Germanen galt sie als heiliger Baum der Liebes- und Glücksgöttin Freya. Auch heute noch zählt die Linde zu den Lieblingsbäumen der Deutschen.
