


Petershagen
Altes Spritzenhaus
Seit 1900 gab es von Staats wegen eine Pflichtfeuerwehr, der alle Männer von 18 bis 60 Jahren angehörten. Nur das funktionierte selten. Besser waren da, die sich bildenden „Freiwilligen Feuerwehren“. Sie waren geordnet und organisiert. Eine solche Wehr wurde 1925 bei einer Versammlung im Gasthaus Wischmeier in Friedewalde gegründet. Bis zu der nächsten Versammlung im Juni des Jahres, die in der Gastwirtschaft Deutsches Haus abgehalten wurde, hatten 25 Kameraden ihre Beitrittserklärung abgegeben. Den Vorsitz führte der Lehrer Otto Traue Nr. 3, der die Wehr ein Jahr lang bis 1926 führte. Neben der neu gegründeten Freiwilligen Feuerwehr, bestand noch eine Pflichtfeuerwehr. Von dieser wurde eine aus dem vorherigen Jahrhundert stammende Handdruckspritze übernommen. Es gab damals noch keine Hydranten, deshalb mussten die Bauern in Jauchetonnen das Wasser zur Brandstelle fahren. Damals musste das Wasser noch mit vorhandenen Ledereimern eingefüllt werden. Früher war es üblich, dass man einen Ledereimer für die Feuerwehr spendete, wenn man das zweite Mal heiratete.
Das im Jahre 1910 gebaute Spritzenhaus auf dem Schulhof, übernahm die Wehr als Unterkunft für ihre Spritze und die Geräte. In diesem Spritzenhaus stand in einem Bereich auch der Leichenwagen. Damals war es üblich das es für jeden Ortsteil von Friedewalde Leute gab, die den Leichenwagen kostenlos gefahren haben. Für die Galgenheide waren es beispielsweise „Boarn“ (Trölenberg). Die hatten extra schwarze Rappen. In Wegholm waren es „Diers“ (Bredemeier) und in der Kleiriehe „Bräms“ (Rathert) und der Hof von Walter Heinrich Vinke gehörte auch mit dazu.
Früher fand, wenn jemand verstorben war die Aussegnung und Trauerfeier auf dem Hof statt. Die Leichenwagenfahrer mussten dann mit ihren Pferden zum Spritzenhaus und dort den Leichenwagen abholen. Anfangs bekamen die Pferde noch schwarze Schabracken umgehangen, wo nur die Augen und Ohren herausschauten. Aber dadurch wurden die Pferde sehr nervös, so dass man später davon absah. Mit den Leichenwagen wurde dann zum Hof des Leichnams gefahren und dort wurde dann der Sarg aufgeladen und im Schritttempo zum Friedhof gefahren. Vor dem Leichenwagen war damals der Posaunenchor und führte den Trauerzug an. Man sagte die Pferde spürten genau wenn sich ein Sarg auf dem Wagen befand, ab da wurden sie ruhiger. Die Trauergemeinschaft folgte dem Pferdegespann zu Fuß bis zum Friedhof. Nach der Beerdigung wurde der Leichenwagen dann wieder zurück ins Spritzenhaus gebracht.
